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Südamerika 2004 
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endlich in Peru!!, geschrieben von Kirsten und Jörg am 17.08.2004

Hallo ihr alle,

wir hoffen wie immer, dass ihr von unseren langen mails noch nicht genervt seid, denn hier kommt schon wieder eine :-)). Die letzte Nachricht hattet ihr aus Cuenca in Ecuador, dort waren wir fast eine Woche. Es hatte uns ziemlich schimm erwischt, wir hatten tatsaechlich Amoeben!! (Tja, liebe Kollegen aus der Mikrobio, was sagt ihr dazu?). Aber zum Glueck kann man hier alle Medikamente billig kaufen, natuerlich ohne Rezept! Aber die Amoeben waren nicht der erinzige Grund, warum wir so lange dort waren. In der Tiefgarage unseres Hotels hat der Manager leider die Honda ueber den Haufen gefahren, dass gab natuerlich einigen Aerger. Um es kurz zu machen: Erst hat er es zugegeben und uns einen laecherlichen Betrag angeboten, am naechsten Tag hatte er sich es aber anders ueberlegt. Wir mussten ihn schliessich anzeigen, was allerdings auch nix gebracht hat. Immerhin haben wir eine richterliche Anordnung erreicht, nach der sein Auto erst mal beschlagnahmt werden soll, und 3 Tage umsonst haben wir auch in seinem Hotel gewohnt und unser Spanisch ist auch nicht schlechter geworden! Aber wir bleiben auf dem Schaden sitzen. Das Mopped haben wir inzwischen wieder gerade gebogen und zusammengeklebt, also konnte es weiter gehen nach Vilcabamba, unserer letzten richtigen Station in Ecuador. Hier haben wir einige schoene und entspannte Tage verbracht und schoene Wanderungen gemacht, endlich wieder bei schoenem Wetter. Nach dem hiesigen Rechtssystem mussten wir in Vilcabamba leider das Gesundheits-system testen, denn die Amoeben waren doch ziemlich hartnaeckig, zumindest bei Kirsten. Im Wartezimmer eines Mini-Krankenhauses war dann erst mal ne Kakerlake, aber die gibts hier halt ueberall. Aber der Arzt war sehr nett und kompetent und dank seiner Medikamente ging es dann wirklich schnell vorbei. Allerdings mussten wir fuer die Untersuchung wieder mal den Touristen-Preis bezahlen, naemlich 1 Dollar statt 50 Centavos! Irre, hier kostet einfach alles 1 Dollar, die Cola, das Abendessen, der Arztbesuch...

Der Weg Richtung Peru war dann wieder komplett unasphaltiert, wir alle 4 haben schpn Sehnsucht nach einer Strasse ohne Staub und Loecher... Aus Ecuador auszureisen war kein Problem, Stempel in die Papiere und fertig- buen viaje (gute Reise). Die Peruaner waren dann nicht ganz so fix, besonders der, der fuer die Einfuhr der Motoraeder zustaendig war. Keine Ahnung, ob der sowas noch nie gemacht hatte, oder ob er einfach nur keine Lust hatte, auf jeden Fall hat er eine geschlagenen Stunde nach aehnlichen Vorgaengen in seinen Ordner gesucht. Dort gab es aber nur einen Fall mir einer Honad, die 5000 Dollar wert war, Kirsten hatte aber nun mal eine BMW, deren Wert wir mit 3000 Dollar angegeben hatten. Oh mein Gott, der arme Mann... Das war so unglaublich langsam, dass wir zwischendurch hysterische Lachanfaelle hatten, was den Guten auch nicht beschleunigt hat. Es hat also 2,5 Std. gedauert, bis er in jeden Fahrzeugschein 1 Stempel gedrueckt hatte und unsere Daten in sein Buch gemalt hatte (wir sind nicht sicher, ob er lesen und schreiben konnte...). Die "Strasse", die von diesem Mini-Grenzuebergang nach Sueden fuehrt, war in unserem Buch als "unmade road" beschrieben, was noch um ein vielfaches schlimmer ist als "unpaved"...Peru empfing uns zudem mit schoenstem Wetter, 33 Grad im Schatten, nur leider ohne Schatten! Wir haben wieder mal das fuer heute gesetzte Ziel nicht erreicht und sitzen also in einem Kaff namens San Ignacio, das aber ganz nett ist (Sogar einen Parkplatz haben wir am Hotel, den dazugehoerenden Wachhund mussten wir aber erst mal aufwecken :-)). Auf diesen brutalen Pisten schafft man einfach nicht mehr als 120 km am Tag, danach sind Mensch und Maschine total durchgeruettelt, eingestaubt und fix und fertig. Aber wir wollen uns garnicht beklagen, wir wollten ja Abenteuer! Wir koennen garnicht fassen, dass schon 6 Wochen unserer Reise rum sind, die Zeit ist wie im Flug vergangen! Schreibt uns weiter so fleissig die Neuigkeiten aus Deutschland, das lesen wir immer gerne. Wir fangen an, Familie und Freunde zu vermissen und wuerden gerne mal ohne schlechtes Gefuehl Salat essen koennen (voll mit Amoeben...), aber ansonsten ist unsere Auszeit bisher genauso spannend, wie wir gehofft hatten! Jetzt ruft allerdings das uebliche Abendessen, Huhn mit Reis und Bier (das Bier ist uebrigens aus Mais und Reis)! Morgen versuchen wir dann mal Benzin zu bekommen, hier gibts nur so eine Bruehe mit 84 Oktan, die aus irgendwelchen Faessern geschoepft wird! Bisher konnten wir uns noch nicht ueberwinden, das in die braven Moppeds zu kippen!

Machts gut und viele liebe Gruesse aus Peru von Kirsten und Joerg

 
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