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Südamerika 2004 
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Gruesse aus Quito, geschrieben von Kirsten und Jörg am 19.07.2004

Hallo Ihr lieben,

wir haben es tatsaechlich bis nach Quito geschafft! Nachdem wir 5 Tage in Puerto Lopez am Pazifik verbracht haben, und uns ausgiebig den dortigen Nationalpark angeguckt haben, hat es uns doch wieder weiter gezogen.

Aber der Reihe nach: In Puerto Lopez haben wir endlich die heissersehnten Buckel-Wale gesehen, echt beeindruckend, wenn diese Kolosse aus dem Wasser schiessen! Wir hatten Glueck und haben sie mehrere Male springen sehen! Ausserdem haben wir mehrere Wanderungen durch den Trockenwald gemacht, und dabei jede Menge Blaufuss-Toepel und andere Viecher gesehen. Nicht unerwaehnt bleiben darf der eigentlich Ort: Asphalt gab es nicht, denn der Buergermeister hat das Geld dafuer in die eigene Tasche gesteckt...Und da es dort relativ viel geregnet hat, sind wir knoecheltief im Matsch versunken. Auf dem Weg nach Norden gab es dann auch schon das erste Hinderniss, denn wegen diesem Buergermeister wurde mal kurzerhand eine Strassenblockade errichtet. Allerdings standen zwischen den brennenden Reifen auch jede Menge Fressbuden, und es war wahrscheinlich die entspannteste Blockade in ganz Ecuador. Nur durchfahren war nicht. Aber kein Problem, es gibt eine Umleitung ueber den Strand. Oh Schreck, mit den voll beladenen Maschinen durch den Tiefsand, schwitz... Weit gefehlt, dieses Matschkaff machte seinem Namen mal wieder alle Ehre und es ging kreuz und quer durch matschiges Gebuesch. Nicht ohne Hilfe von mind. 1 Dutzend Einheimischer, die an allen Ecken und Enden der Motorraeder gezerrt haben und jede Menge Redeschwaelle losliessen, von denen wir kein Wort verstanden haben. Der Tumult wurde noch groesser, als Joerg zurueck laufen musste, um mir ueber die Schwierigste Stelle zu helfen. Da gab es doch glatt einen Verkehrsstau im Gebuesch! Aber genug davon, irgenwann hatten wir es geschafft. An diesem Tag erwarteten uns dann noch mehrere Polizeikontrollen (eigentlich nur aus Neugier...) und viele schoene Strecken durch Nebelwald. Manchmal standen neben der Strasse ein paar armselige Bambushuetten, unglaublich unter welchen einfachen Bedingungen die Leute hier leben muessen. Trozdem lachen sie aus ihren schiefen Huetten raus und winken uns zu. Wir kommen uns vor wie UFOs aus einer anderen Welt. Die Schlaglochdicht erhoeht sich von Kilometer zu Kilometer, aber die Landschaft entschaedigt uns fuer das Gehoppel. Die Nacht haben wir in einem aetzenden Kaff verbracht, in einem genauso aetzenden "Hotel": Betonfussboden, nur 1 Bett drin, ein kleines Maeurchen, dahinter Klo und eine Art Dusche. Zwischen Waenden und Wellblechdach ist 15 cm Platz, was nicht etwa dazu fuehrt, dass der bestialische Gestank etwas abzieht, sondern das sie Geraeusche der Nachbarn ungefiltert zu uns durchdringen. Man muss es beim Namen nennen: es wird gerotzt, gefurzt, gewuergt und geschissen, dass sich das Wellblech noch mehr verbiegt. Die Geraeusche und Gerueche aus dem Schweinestall hinter unserem Zimmer in Purto Lopez waren nix dagegen! Aber an Schlaf war eh nicht zu denken, denn ein paar Meter weiter fand eine Wahlparty fuer einen Buergermeister statt, bailando toda la noche...Es ist halt ein lautes Land. Die erste Nacht hier im wunderschoenen Quito war allerdings auch nicht erholsamer, denn die Hoehe von fast 3000 m macht sich bei uns deutlich bemerkbar. Aber auch daran werden wir uns gewoehnen!

Soweit das neueste aus Ecuador-Busch

Gut gelaunte aber muede Gruesse von Kirsten und Joerg

 
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