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Südamerika 2004 
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Ecuador, die 3., geschrieben von Kirsten und Jörg am 12.07.2004

Hallo alle zusammen,

wir sind gerade mal eine Woche hier, und haben schon jede Menge erlebt. Die meisten von euch wissen ja schon, dass die BMW direkt auf der ersten Fahrt eine Macke hatte. Wir haben einen ganzen Tag nach dem Fehler gesucht, aber obwohl wir ein paar Teile ausgetauscht haben, lief sie immer noch nicht richtig. Was tun? Jose, der Manager unserer Pension (die eigentlich eine norwegische Missionsstation ist-Alkoholverbot!!!) hat einen Pickup organisiert und ein paar starke Maenner, um die Berta draufzuheben. Joerg hat hinten drauf gestanden und mein armes Mopped festgehalten, waehrend ein anderer Mitfahrer sich an den beiden festgehalten hat. Wir sind zu einer winzigen Werkstatt gefahren, aber die Jungs hatten auch nicht das richtige Werkzeug. Also wurde in der benachbarten Schlosserei kurzerhand eins auf der Drehbank angefertigt, die Jungs verstehen ihr Handwerk. Fuer die Experten: es handelte sich um eine Lima-Rotor-Abdrueckschraube, unsere war nach 2 Versuchen krumm und schief! Naja, jedenfalls wurde mit der versammelten Nachbarschaft an der BMW rumgeschraubt, der Rotor ausgebaut, bei einem Elektro-Menschen geprueft und wider erwarten fuer ganz befunden. Freddy, der Mechaniker hat dann das Problem schnell gefunden, es war mit ein bisschen Schleifpapier zu beseitigen (die Kollektor-Ringe waren von der Seeluft im Container oxidiert). Aber alle haben an diesem Nachmittag was gelernt, ich kann jetzt saemtliche Ersatzteile auf Spanisch und Freddy hat noch nie an so einem grossen Motorrad geschraubt. Fuer seine Hilfe, immerhin fast den kompletten Samstag, wollte er nur 10 Dollar haben. Fuer Thomas: Entwarnung, was das Paket angeht!

Bisher sind wir echt begeistert von der Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Leute, alle sind supernett, auch wenn wir oft mit Fragen geloechert werden: woher, wohin, wielange, was kosten die Motorraeder, etc. Wir sind ziemliche Exoten, Auslaender sieht man relativ selten. Und blonde Haare sind sowieso eine Sensation! Jeden Tag essen wir Fruechte, die wir noch nie vorher gesehen haben. Unser Favorit ist Pitahya, die schmeckt wie eine Mischung zw. Litschi und Birne und hat lauter Pocken. Baumtomate ist dagegen nicht so zu empfehlen.

Nachdem also die Berta wieder laeuft, haben wir heute die Moppeds links liegen gelassen, und sind zum ersten mal mit dem Bus gefahren, und zwar zum Cerro Blanco Dry Forrest Reservat. Die Busse sind echt eine fahrende Merenge-Disko, man muss sich anschreien, so laut ist die Musik. Staendig steigen irgendwelche Verkauefer ein und aus, von Broetchen ueber Suessigkeiten bis zu Geldboersen kann man echt alles kaufen, sehr witzig. Am Eingang zum Reservat war alles schwer offiziel, mit Passkontrolle usw. Wir haben uns einen Guide genommen, denn sonst kann man nicht in der Kernzone rumlaufen. Die Tour hat gut 3 Stunden gedauert und war echt spektakulaer. Wir haben jede Menge Schmetterlinge und Spinnen gesehen, eine Familie von Ozelots (!!), eine grosse Gruppe Ameisen- oder Nasenbaeren, das weiss ich nicht genau, und 2 riesige VOGELSPINNEN!!!! Unglaublich, die sind einfach so ueber den Weg gelatscht. Hoffentlich sind die Fotos was geworden. Bruellaffen haben wir leider nur gehoert, d ie haben sich echt gut versteckt, dafuer hingen ueberall grosse Tigerspinnen rum. Alles super interessant! Voegel waren auch nicht viele da, da hier im Moment ja Winter ist (so gute 30 Grad und Sonne, im Sommer sind es 35 Grad und Regen), und es wenig Blueten oder Fruechte gab, also auch keine Kolibris und Papageien. Obwohl es hier so schoen ist und wir uns super wohl fuehlen, werden wir nachher unsere Sachen packen, und uns endlich richtig auf den Weg machen, nach Puerto Lopez, einem kleinen Ort am Pazifik. Hier ist im Moment Buckelwal-Saison, das lassen wir uns natuerlich nicht entgehen. Drueckt uns mal die Daumen, das alles gut klappt und wir die kleinen Wale sehen!

Bis bald, viele liebe Gruesse aus Ecuador!

Kirsten und Joerg
 
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